Updates zu Post von Ava

Hallihallo ihr coolen Leute, die diesen Blog lesen, es gibt ein paar Updates und gesammelte Infos zum Thema Post. Und zwar:

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Aufruf: Schreibt Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Haftbedingungen von Ava und Ralph!

Liebe Freund*innen, Unterstützer*innen, liebe Klimabewegung,

In diesem zweiten Artikel zu Haftbedingungen wollen wir euch über die Umstände im Knast informieren und euch dazu ermutigen Dienstaufsichtsbeschwerden zu schreiben. Eine Anleitung wie ihr das anonym oder auch mit Klarnamen machen könnt, findet ihr weiter unten im Bericht.

Den ersten Teil zu den Haftbedingungen haben wir hier verlinkt: https://unfreiwilligefeuerwehr.blackblogs.org/2022/10/23/aktuelle-haftbedingungen/

Ab und an kommen wir über Briefe an Informationen von „drinnen“ aus dem Knast. Da es in diesem Artikel um zum Teil um sehr persönliche Themen geht, haben wir einige Passagen gekürzt und uns dazu entschlossen nicht kenntlich zu machen, welche Teile von Ava, Carlo oder Ralph stammen.

Es folgen ein paar weitere Einblicke zu den alltäglichen Schikanen, die sich Justizbeamt*innen bzw. die gesamte dahinter stehende Institution ausdenken:

  • Die vegetarische Essensalternative im Knast beinhaltet Fisch und es ist nicht möglich veganes Essen zu bekommen. Anscheinend haben es die Inhaftierten geschafft sich dagegen zu wehren und zumindest den Fisch vom Speiseplan zu streichen. Veganes Essen wird mit der Begründung verwehrt, dass es eine Mangelernährung sei. Es wurde sogar mit einem Aufenthalt in der Psychatrie wegen Essstörung gedroht, sollten die Inhaftierten weiterhin auf eine vegane Option beharren. Es ist vorgekommen, dass extra bestelltes veganes Essen (mit eigenem Geld aus dem Knastladen) nicht ankam.
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Brief von Ava: Ich vergleiche mich NICHT mit Sophie Scholl

Richtig-Stellung des WELT-Artikels „Nach zehn Stunden wird die Angeklagte Nr. 156282 dann doch verurteilt“ am 18.11.22 von Kerstin Rottmann

Wie von Springer-Blättern nicht anders zu erwarten, werden mal wieder Worte falsch wieder gegeben und aus Kontexten gerissen. Von Frau Rottmanns Darstellung: „Später vergleicht sie [ich] sich und andere Protestler noch mit Sophie Scholl – deren Protest gegen die Nazis sei auch erst Jahrzehnte danach gewürdigt worden.“ , möchte ich mich ausdrücklich distanzieren. Die ist nämlich Bullshit.

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Avas Statement vor Gericht

Endlich wurde auch Avas Statement, dass sie vor Beginn des Prozesses verlesen hat, abgetippt! Here we go:

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren und andere Personen.

Ich werde mich zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen nicht äußern.
Allerdings möchte ich gerne grundsätzlich dazu Stellung beziehen, wieso störende Aktionsformen legitim, sinvoll und notwendig sind. 

Dazu ist es mir wichtig zunächst daran zu erinnern zu welcher Situation wir uns befinden und wie wir hier hingelangt sind.

Wir befinden uns gegenwärtig in der womöglich größten Herausforderung der Menschheitsgeschichte: nämlich das Fortleben eines Großteils der sich auf dem Planeten befindenden Lebewesen zu sichern. Sowie das Leben wie wir es kennen zu erhalten. Jegliche Lebensgrundlagen wie Trinkwasser, saubere Luft, fruchtbarer Boden und bewohnbares Land stehen auf dem Spiel. Wir sind nur noch wenige Jahre davon entfernt, die Kipppunkte im globalen Klimasystem, deren Erreichen die Erderwärmung unafhaltsam beschleunigen werden, zu überschreiten. Doch den momentanen politischen Kurs werden wir alle von Dürren, Überflutungen, Hitzewellen, Ressourcenknappheit und anderen humanitären Krisen bedroht – unfairerweise wir in der westlicen Welt um ein Vielfaches weniger als die Menschen, die nur einen Bruchteil der Emissionen zu verantworten haben. Millionen Menschen haben bereits ihre Existenzgrundlagen, Gesundheit und Leben an das sich durch uns wandelnde Klima verloren. Und es werden noch Millionen folgen, wenn nicht endlich gehandelt wird. 

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Avas Statement vor Gericht

Endlich wurde auch Avas Statement, dass sie vor Beginn des Prozesses verlesen hat, abgetippt! Here we go:

Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren und andere Personen.

Ich werde mich zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen nicht äußern.
Allerdings möchte ich gerne grundsätzlich dazu Stellung beziehen, wieso störende Aktionsformen legitim, sinvoll und notwendig sind. 

Dazu ist es mir wichtig zunächst daran zu erinnern zu welcher Situation wir uns befinden und wie wir hier hingelangt sind.

Wir befinden uns gegenwärtig in der womöglich größten Herausforderung der Menschheitsgeschichte: nämlich das Fortleben eines Großteils der sich auf dem Planeten befindenden Lebewesen zu sichern. Sowie das Leben wie wir es kennen zu erhalten. Jegliche Lebensgrundlagen wie Trinkwasser, saubere Luft, fruchtbarer Boden und bewohnbares Land stehen auf dem Spiel. Wir sind nur noch wenige Jahre davon entfernt, die Kipppunkte im globalen Klimasystem, deren Erreichen die Erderwärmung unafhaltsam beschleunigen werden, zu überschreiten. Doch den momentanen politischen Kurs werden wir alle von Dürren, Überflutungen, Hitzewellen, Ressourcenknappheit und anderen humanitären Krisen bedroht – unfairerweise wir in der westlicen Welt um ein Vielfaches weniger als die Menschen, die nur einen Bruchteil der Emissionen zu verantworten haben. Millionen Menschen haben bereits ihre Existenzgrundlagen, Gesundheit und Leben an das sich durch uns wandelnde Klima verloren. Und es werden noch Millionen folgen, wenn nicht endlich gehandelt wird. 

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Ein neuer Brief von Ralph: Tag des Gerichts

CN: Polizeigewalt, Schmerzgriffe [Anmerkung abtippende Person]

Dies ist mein Gedächtnisprotokoll vom 17.11.2022. zu diesem Zeitpunkt saß ich ca. 57 Tage in Haft in der JVA Cottbus Dissenchen. Am besagten Tag war die Hauptverhandlung unseres Prozesses angesetzt. Im Vorfeld haben unsere Anwältis bewirkt das Ava und ich gemeinsam abgehandelt werden. Ich für meinen Teil habe mich auf den Prozess gefreut, da dieser „Klarheit“ verschafft. U-Haft fühlte sich für mich an wie ein Becken mit Gelée, wo man weder vorwärts noch rückwärts kommt. Ein Prozess bringt so in gewisser Form Klarheit. 

Der Tag beginnt mit einer unruhigen Nacht, Gedanken über verschiedene Szenarien wie Freiheit, weitere Haft, an Ava, das Sehen von Unterstützenden und der Ausbruch aus der Monotonie der Haft hielten mich wach. 
Um ca. 6:00 werde ich dann, wie jeden Morgen, geweckt, jedoch mit der Unterschied, dass ich aufstehe, mich anziehe, und mich duschen gelassen werde. Auch trinke ich Kaffee um mich selbst zu erwecken. Dann gehts raus aus dem Haftraum in eine Wartezelle, dort steht ein anderer in Straßenklamotten und löst ein Kreuzworträtsel, ich bin nervös, überlege welche erste Verlautbarung ich verlesen soll. Ich hatte drei an der Zahl, eine ist sehr meinungs-geprägt, zweite sehr juristisch, gespickt mit Sätzen aus einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts eine weitere etwas emotionalisierende Erkläung. 

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Berufung und Anzeige gegen LEAG

Die Anwält*innen von Ava und Ralph haben Berufung eingelegt, die Staatsanwaltschaft auch – sie will nach Anweisung des Justizministeriums ein Urteil von mindestens 6 Monaten, so ist das, wenn der Verfolgungswille des Staates hoch ist. Schließlich ist es einfacher Klimaaktivisti zu verurteilen als real die Klimakrise zu bekämpfen – eine Entwicklung, die auch wir gerade zu spüren bekommen. Für uns heißt es, dass es deshalb im Januar zu einer Neuauflage des Prozesses gegen Ava und Ralph vor dem Landgericht kommen könnte. Und in Zukunft auch zu Prozessens gegen die anderen Beteiligten der unfreiwilligen Feuerwehr.

Gegen einen LEAG-Mitarbeiter, der im Prozess ausgesagt hatte, hat der Anwalt von Ralph Strafanzeige gestellt, wegen des Verdachts der Falschaussage. Im Prozess hatte dieser behauptet, dass es im letzten Jahr keine ungeplanten Abschaltungen von Kraftwerksblöcken gegeben hätte. Die Kraftwerksblöcke würden sonst nur im Rahmen der Revision herunter gefahren und an ungeplante Abschaltungen können er sich nicht erinnern. Im Tagesspiegel wurde jedoch berichtet, dass im Oktober 2022 ein Kohlekraftwerksblock wegen einer Störung herunter gefahren wurde. Einen Monat reicht das Erinnerungsvermögen des LEAG-Mitarbeiters also nicht oder sollte hier gezielt die unfreiwillige Feuerwehr belastet werden?

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Klimakrise löschen! Knäste abfackeln! Solidemos vor den Knästen am 19.11.22

Die Boxen werden aufgedreht, der Bass ist zu spüren – und von drinnen wird der Protest schon erwiedert! Die RoR-Band (Rhythms of Resistance) hat Spaß am Trommeln – und von hinter den Knastmauern hören wir die Jubelrufe!

Am Samstag, den 19.11.22, fanden vor den Knästen in Cottbus-Dissenchen und in Luckau-Duben wieder Soli-Demos statt, um solidarisch mit den Menschen im Knast zu sein, um gegen das System Knast zu demonstrieren, um laut zu sein und um vor und hinter den Mauern zusammen zu tanzen. Wir sind hier draußen für euch und vergessen euch nicht!  Mögen uns diese Mauern trennen – doch wir sind lauter! Wir sind solidarisch mit allen Gefangenen, wir fordern die Abschaffung aller Knäste und Freiheit für alle Gefangene!

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Offener Brief 2 von Ava: Von der Freiheit, es nicht zu tun

Ein aus Ermangelung besserer Beschäftigung und viel Wut etwas zu lang gewordener offener Brief von Ava Feuerwehrfrau an alle, die es interessiert, was mir im Knast durch den Kopf geht. [Anmerkung der Abtippenden: Auch wenn der Brief lang ist, er ist lesenwert bis zum Ende]

Teil 1: La rage

„Wieso sagst du nicht einfach deinen Namen?“, „Du könntest längst raus sein.“, „Machs dir doch nicht unnötig schwer, Mädchen, das hälst du eh nicht durch.“ So oder so ähnlich hab ich‘s am Anfang mindestens 3x täglich von Wärter*innen oder Mitgefangenen gehört. Aber die Antwort ist einfach.

Wenn ich die Wahl habe, diesem Staat entweder durch meine Strafe Geld in den Rachen zu werfen oder dafür zu sorgen, dass ein hübsches Sümmchen in meine Haft fließt, fällt mir die Wahl nicht schwer. Dieser Staat, der nachweislich jegliche Klimaabkommen, selbstgesteckten Emissionsziele, den Klimaschutz-Artikel seines eigenen Grundgesetzes und Leben, Lebensgrundlagen, Gesundheit und Existenzen ganzer Generationen in Gegenwart und Zukunft mit den Füßen tritt; der mit seinen Emissionen, seinen wirtschaftlichen und politischen Handlungen für Hunger, Dürren, Vertreibung und soviel Leid sorgt; dieser Staat, der Rassismus, Klassimus, Sexismus, Ableismus und weitere Diskriminierungsformen so tief in seinen Strukturen verwoben hat; dieser Staat, der Menschen in den Tod abschiebt und den Tod so, so vieler Menschen an den europäischen Außengrenzen mitzuverantworten hat; dieser Staat, der noch immer so schamlos von seiner Kolonialzeit profitiert und so viel mehr Dreck am Stecken hat – dieser Staat wird keine müden Cent von mir sehen.

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Offener Brief 2 von Ava: Von der Freiheit, es nicht zu tun

Ein aus Ermangelung besserer Beschäftigung und viel Wut etwas zu lang gewordener offener Brief von Ava Feuerwehrfrau an alle, die es interessiert, was mir im Knast durch den Kopf geht. [Anmerkung der Abtippenden: Auch wenn der Brief lang ist, er ist lesenwert bis zum Ende]

Teil 1: La rage

„Wieso sagst du nicht einfach deinen Namen?“, „Du könntest längst raus sein.“, „Machs dir doch nicht unnötig schwer, Mädchen, das hälst du eh nicht durch.“ So oder so ähnlich hab ich‘s am Anfang mindestens 3x täglich von Wärter*innen oder Mitgefangenen gehört. Aber die Antwort ist einfach.

Wenn ich die Wahl habe, diesem Staat entweder durch meine Strafe Geld in den Rachen zu werfen oder dafür zu sorgen, dass ein hübsches Sümmchen in meine Haft fließt, fällt mir die Wahl nicht schwer. Dieser Staat, der nachweislich jegliche Klimaabkommen, selbstgesteckten Emissionsziele, den Klimaschutz-Artikel seines eigenen Grundgesetzes und Leben, Lebensgrundlagen, Gesundheit und Existenzen ganzer Generationen in Gegenwart und Zukunft mit den Füßen tritt; der mit seinen Emissionen, seinen wirtschaftlichen und politischen Handlungen für Hunger, Dürren, Vertreibung und soviel Leid sorgt; dieser Staat, der Rassismus, Klassimus, Sexismus, Ableismus und weitere Diskriminierungsformen so tief in seinen Strukturen verwoben hat; dieser Staat, der Menschen in den Tod abschiebt und den Tod so, so vieler Menschen an den europäischen Außengrenzen mitzuverantworten hat; dieser Staat, der noch immer so schamlos von seiner Kolonialzeit profitiert und so viel mehr Dreck am Stecken hat – dieser Staat wird keine müden Cent von mir sehen.

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