Adresskorrektur und Demo-Rede

Transparent "Free Them All" und "Klimakrise löschen - Knäste abfackeln" an Zaun von JVA Luckau-Duben

JVA Luckau-Duben

Etwas wichtiges vorab: Bei der Buchnummer von Carlo hatte sich eine falsche Ziffer eingeschlichen. Richtig ist ist die Nummer 288/22/4.  Bei Ralph ist die Buchnummer 757/22/9, die Bezeichnung der Behörden für ihn ist umPEW KB-251576. Wir haben die Adressen jetzt korrigiert, bitte achtet bei euren Briefen drauf.

Außerdem dokumentieren wir hier für euch einen Redebeitrag von der Demo:

Wir stehen hier, weil auch unsere Freund*innen und Kompliz*innen heute hier eingesperrt sind. Weil sie und andere das ungebremste Rasen in die Klimakatastrophe nicht länger hinnehmen wollten und den Kohleausstieg selbst in die Hand genommen haben – zumindest für ein paar Stunden und so mehr CO2 eingespart haben, als das hier über persönliche Konsumentscheidungen möglich wäre. Wir könnten jetzt jammern, dass der Staat aber ungerecht ist und Klimaschützer*innen nicht eingesperrt gehören, weil wir ja letzendlich nur eine Erde haben wollen, auf der wir gut leben können.

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Demos vor den Knästen in Luckau Duben am 15.10 und Cottbus Dissenchen am 16.10

Seit der Blockade des Kohlekraftwerks Jänschwalde am 19. 09. 22 sitzen 3 unserer Freund*innen immer noch im Knast.

Repressionen gegen die Klimagerechtigkeitsbewegung nehmen zu, doch Klimaaktivist*innen einzusperren löst das Problem des notwendigen Wandels nicht. Lasst Ava, Ralph und Carlo sofort frei!

 

Lasst uns zeigen, dass sie nicht alleine sind, dass wir sie nicht vergessen und dass wir zusammen stehen gegen ihre Repression, in welcher Form auch immer sie trifft.  Lasst uns gemeinsam laut sein!

Ava, Ralph und Carlo sitzen im Knast, weil sie es selbst in die Hand genommen haben, ein Kohlekraftwerk zumindest zeitweise abzuschalten. Eine Notwendigkeit, wenn wir schauen, welche Auswirkungen die Klimakrise jetzt schon hat. Dass wir uns auf die Regierungen nicht verlassen können, haben die letzten Jahrzehnte gezeigt – im Gegenteil, der Staat bezahlt Geld um diese Menschen einzusperren, zu versuchen Personalien zu erpressen und andere abzuschrecken, solche Aktionen nicht zu wiederholen. Wir lassen uns nicht abschrecken!

Wir demonstrieren auch in Solidarität mit allen Gefangenen. Menschen einzusperren löst keinerlei gesellschaftliche Probleme, sondern verstärkt sie durch die Isolation, den Abbruch sozialer Kontakte und ein Leben in totaler Fremdbestimmung.
Es werden im Wesentlichen arme Menschen eingesperrt, während Reiche sich freikaufen. Gegen Knäste überall! Für die Freiheit aller Menschen!

Klimakrise löschen! Knäste abfackeln!

Am Samstag dem 15.10.  um 17.15 Uhr vor der JVA Luckau-Duben
Lehmkietenweg 1, 15926 Luckau OT Duben

Am Sonntag um 11.30 Uhr vor der JVA Cottbus-Dissenchen, Oststraße 2
03052 Cottbus

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Kein veganes/ vegetarisches Essen für Carlo, Ava und Ralph!

In der Untersuchungshaft wird den Inhaftierten von der unfreiwilligen Feuerwehr tierleidfreies Essen verweigert. Aus der JVA Cottbus-Dissenchen berichtet Ralph, dass unter die „vegetarische Verpflegung“ auch Fisch gezählt wird. Und das obwohl auf dem Auswahlbogen sogar gesondert die pesketarische Ernährung ausgewählt werden kann. Veganes Essen gibt es hier gar nicht.

In der JVA Luckau-Duben bei Ava und Carlo sieht es ähnlich düster aus. Hier wird eine vegane Ernährung als Mangelernährung deklariert und besteht daher nur aus Beilagen. Wenn Menschen keine vernünftigen veganen Gerichte bekommen, dann ist die vegane Ernährung natürlich nicht ausreichend!

Das Menschenrecht auf Nahrung ist – wie auch alle anderen Menschenrechte – unteilbar mit der naturgegebenen Würde der menschlichen Person verbunden. Verwirklicht ist es, wenn jeder Mensch jederzeit Zugang zu angemessener Nahrung oder Mitteln zu ihrer Beschaffung hat. Natürlich steht es allen Menschen frei aus persönlichen, ethischen oder religiösen Gründen ihre Nahrungsauswahl anzupassen.

Da die Gefangenen sich ihr Essen zur Zeit nicht selbst beschaffen können sind die JVAs verpflichtet ein passendes und ausgewohgenes Angebot zur Verfügung zu stellen. Die Repression des Staates besteht in der Isolation der Menschen von ihrem Leben, der Gesellschaft und von ihren Freund*innen. Den Menschen zusätzlich eine ausgewohgene vegane Ernährung zu verwehren missachtet die Würde der Gefangenen.

Wir fordern, dass die JVAs eine tierleidfreie Ernährung der Gefangenen ermöglichen!

Was könnt ihr nun tun?

Ruft bei den Anstaltsleitungen an und beschwert euch, dass sie den Gefangenen den Zugang zu tierleidfreiem Essen verweigern! Wenn genug Menschen anrufen können wir vielleicht ein Einlenken herbeiführen und diesem irrationalen Schwachsinn ein Ende setzen.

Telefonnummer JVA Luckau-Duben: 035456 673-0 oder 035456 673-300 
Telefax: 035456/673216
Mail:  Poststelle.DU@justizvollzug.brandenburg.de
Telefonnummer JVA Cottbus-Dissenchen: 0355 4888-0
Fax: 0355 4888-222
Mail: Poststelle.CB@justizvollzug.brandenburg.de
Ministerium der Justiz
Telefon: 0331 8660
Fax: 0331 866-3080
Mail: poststelle@mdj.brandenburg.de 
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Ein Brief von Ava!

„Wer für seine Weltanschauung absichtlich andere in Gefahr bringt, ist kein Aktivist, sondern ein Verbrecher.“ (Michael Stübgen, brandenb. Innenminister)

Darauf möchte ich antworten: wer für seine Kapitalinteressen und Wohlstand Standards die Lebensgrundlagen ganzer Generationen gefährdet, ist weder ein „Politiker“ noch „Grundversorger“ sondern ein – Verbrecher – oder auch: ein riesen Arsch.

Sie sind der Verbrecher! Ihr alle seid es – ihr alle, die einfach weitermachen, mitmachen, zuschauen. Aber ich sitze im Knast? Hallo Unrechtsstaat!

Ich zitiere weiter: „Friedlicher Protest u. Demonstration gehören zur Demokratie und dürfen auch laut und schrill ausfallen. Den Klimaextremisten muss jedoch das Handwerk gelegt werden.“

Geht’s noch? Wir sind jetzt die Extremist*innen? Wir, die lediglich die Einhaltung des Grundgesetzes, des Pariser Klimaabkommens, und den verdammten Schutz unserer Lebensgrundlagen fordern? Sehr extremistisch /s.

Machen sie doch mal einen Vorschlag: durch welche gestattete Protestform würden Sie und ihre Politik- und Wirtschaftskumpels uns denn hören? Es wurde doch jahrelang zur Genüge gezeigt, dass euch das nicht interessiert!
Seit wann wird vor der Klimakatastrophe gewarnt und dagegen protestiert? 40? Ewig schon! Und es war immer egal. Jetzt sind wir bereits mitten darin und wir sollen uns weiter mit einem Pappschild auf die Straße stellen – nicht während der Schulzeit versteht sich – während Leute bereits fliehen, hungern, sterben aufgrund der Klimakatastrophe? Ihr habt doch einen Knall!
Macht euren Job endlich vernünftig, dann müssen wir uns auch nicht mehr im Regen auf irgendwelche Förderbänder legen. Ich kann mir auch schöneres vorstellen. Aber die Versorgungssicherheit von Milliarden Menschen steht auf dem Spiel. Die Versorgung mit Trinkwasser, Atemluft, fruchtbarem Boden und bewohnbarem Land ist für die kommenden Generationen alles andere als gesichert. Und ihr heult herum wegen ein paar Stunden 50% Kraftwerksleistung? Ihr habt echt den Schuss nicht gehört, oder?
Ich werde um meine Zukunft und meine Lebensgrundlagen nicht länger mit einem Schild in der Hand betteln – ich werde sie einfordern. Ich und alle in meiner Generation haben jedes Recht dazu!

Werdet aktiv, organisiert euch und stellt euch diesem mörderischen System in den Weg! Klimaschutz ist kein Verbrechen!

Solidarische Grüße

Ava

 

Anmerkung: Der Brief war auf den 24.09. datiert und er kam 06.10. bei uns an.  

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Statement zu zwei Wochen Haft dreier Klimaaktivist*innen

Pressemitteilung: Free them all – Freiheit für Ava, Carlo & Ralph

Seit zwei Wochen sitzen drei Klimaaktivist*innen in Untersuchungshaft, denen vorgeworfen wird, mit der Gruppe „Unfreiwillige Feuerwehr“ das Kohlekraftwerk in Jänschwalde lahmgelegt zu haben. Die Untersuchungshaft ist auf zwei Monate befristet.

Aktivist:innen hatten an drei Stellen insgesamt über zehn Stunden lang erfolgreich die Kohlezufuhr in das Braunkohlekraftwerk blockiert. Sie ketteten sich an Förderbändern fest und blockierten mit technischen Mitteln die Gleise zwischen dem nahen Tagebau Jänschwalde und dem Kraftwerk. Die Gruppe forderte das sofortige Aus des drittgrößten Braunkohlekraftwerks in Deutschland. Das Kraftwerk hat aber nicht nur europaweit die vierthöchsten CO2-Emissionen, sondern bedroht auch massiv die Trinkwasserversorgung in der Lausitz und in Berlin . Erst im März hatte das Verwaltungsgericht Cottbus entschieden, dass der Tagebau seinen Betrieb deshalb einstellen muss. Doch seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine wiegen die Interessen der Energieversorger vor Gericht schwerer: Ihre Dreckschleudern können trotz absurder Umwelt- und Klimaschäden weiterhin auf vollen Touren laufen. Statt dessen werden allen Ernstes zusätzlich zu den vier aktiven Kraftwerksblöcken zwei Reserveblöcke reaktiviert. Weiterlesen

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Zweiter Brief von Ralph

Ein zweiter Brief von Ralph hat uns erreicht!

Moin an alle Gefährt*innen,

ich hoffe euch geht’s ok in diesem unterdrückerischen System. Ich will mit euch einen Gedanken zu Schuld teilen den ich schon seit ein paar Tagen vor und zurück denke.

Mit Schuld meine ich nicht den rechtlichen Firlefanz sondern das Gefühl. Ich selbst sehe mich in keiner Form als schuldig, weil ich nach dem besten Gewissen gehandelt habe. Ich meine keins von uns dachte am Anfang dass „radikalere“ Aktionen die einzige Möglichkeit sind, jedoch muss ich mir eingestehen nach einem Haufen von Klimademos, welche alle nichts gebracht haben, dass die Radikalität unsere letzte Chance ist.

Ich trage jedoch das Gefühl der Schuld in mir, jedoch nicht für das hier und jetzt, sondern es ist eine Bringschuld. Vielleicht ist dies auch nur ein Gedanke aus der kapitalistischen Ordnung etwas leisten oder bieten zu müssen.

Jedoch glaube ich, dass mein Gefühl dieser Bringschuld darauf beruht, dass ich keiner Person aus den nächsten Generationen erklären möchte, dass dies alles mit dem Planeten passiert und unwiederbringlich zerstört wurde und ich es wusste, aber nichts tat.

Jedoch sind die meisten Aktionen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein und gehen ohne großen Effekt in Rauch auf. Dies sollte uns alle jedoch nicht entmutigen, sonder eher die Wut über die Umstände in uns befeuern.

Also auf zu neuen Taten.

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Erste Post von Ralph

Auch von Ralph ist mittlerweile der erste Brief angekommen. Er versucht zu verfolgen, was alles so passiert – und hat seit Jahren nicht so viel Fernsehen geguckt wie aktuell. Die Zelle ist „ganz ok“, die Schließer „naja“ und das Essen „ziemlich wenig und ziemlicher Kantinenfrass.“ Veganes Essen ist beantragt, wie der aktuelle Stand da ist wissen wir nicht. In der 5-tägigen Quarantäne durfte Ralph seinen Verteidiger nicht sehen.

In Bezug auf die in den Haftbefehlen behauptete Schadenssumme von 3,2 Millionen Euro heißt es: „Das ist echt eine erstaunliche Summe. Jeder Cent war das alles wert, anders ausgedrückt es gibt 3,2 Millionen gute Gründe.“

Außerdem noch eine Bitte, an alle die Briefe schreiben: „Auch würde ich gerne einige Lieder lernen, also schickt mir gern was zu.“

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Statement 2 von Ava, Carlo und Mosaik

geschrieben am 22. September 2022

Hallo an alle da draußen!

Wir sind Ava, Carlo und Mosaik. Drei der vier Aktivist*innen, die nach der Kraftwerksblockade am Montag, dem 19. September 2022 in Untersuchungshaft gelandet sind. Es ist mittlerweile Donnerstag und seit der Aktion sind somit drei Tage vergangen.

Wir sitzen in unseren Zellen und hören viel Radio. Dort heißt es, dass es alleine in Berlin und Brandenburg diesen Sommer über 500 Waldbrände gab und dabei ein Schaden von mindestens 11 Millionen Euro entstanden ist. In der Rechnung sind die Kosten der Wiederaufwaldung nicht einmal eingeschlossen.

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Statement 1 von Ava, Carlo und Mosaik

geschrieben am 21. September 2022

Liebe Freund*innen, Unterstützer*innen und Mitstreiter*innen,

Wir sind Ava, Carlo und Mosaik, drei der vier Gefangenen, die nach der Blockade des Kohlekraftwerkes Jänschwalde in U-Haft gesteckt worden sind. Wenn diese Zeilen veröffentlicht sind, dann habe ich, Mosaik meine Personalien angegeben und wurde vorerst zurück in die Freiheit gelassen.
Von Carlo und Ava soll ich euch ausrichten, dass es ihnen gut geht und sie in einer guten psychischen Verfassung sind. Die Umstände in der JVA sind deutlich besser als noch in der Gefangenensammelstelle bei der Polizei Cottbus.
Wir hören viel Radio, wir haben Stift und Papier bekommen und die Fenster lassen sich öffnen. Es freut uns alle riesig, dass im Radio mehrfach und auf verschiedenen Kanälen über unsere Aktion berichtet wurde.
Wir wünschen allen Aktivist*innen, die ihre Personalien angegeben haben viel Kraft beim Durchhalten von Meldeauflagen und anstehende Prozesse. Ganz besonders denen wir an Ralph, der gerade alleine in der JVA Cottbus sitzut. Bitte schreibt ihm Briefe und zeigt, dass wir alle an ihn denken und hinter ihm stehen. Klima schützen ist kein Verbrechen! Weiterlesen

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Soli-Botschaften von überall

Uns erreichen zahlreiche Soli-Botschaften!

wenn ihr selbst Soli-Botschaften aufgenommen habt oder im Netz welche entdeckt, die noch nicht den Weg hierher gefunden haben, dann schreibt uns gerne. Unsere Mail ist: unfreiwillige-feuerwehr@systemli.org

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